Epilepsie

Epileptische Anfälle entstehen im Gehirn und sind sehr häufig. Etwa jeder 20. Mensch erleidet einmal in seinem Leben einen epileptischen Anfall. Dabei kommt es im Zusammenspiel der vielen Millionen Gehirnzellen zu einer unkontrollierten Erregungsausbreitung. Am bekanntesten ist der ‚große epileptische Anfall’ (Grand Mal) mit Bewußtseinsstörung, Sturz und beidseitigen Verkrampfungen von Armen und Beinen.

Derartige Anfälle können bei allen Menschen auftreten, z.B. im Rahmen einer schweren körperlichen Erkrankung, ohne das bereits die Krankheit Epilepsie besteht. Ohne einen solchen erkennbaren Auslöser sind stets weitere Untersuchungen mittels EEG (Elektroenzephalographie) und MRT (Kernspintomographie) zwingend notwendig. Ebenso wichtig ist jedoch, den Betroffenen und seine Angehörigen/ Partner nach bislang möglicherweise unbemerkten sog. ‚kleinen epileptischen Anfällen (Absencen, Myoklonien; Auren) zu befragen. Dies wird leider häufig übersehen. Ist dies der Fall oder zeigen sich spezielle Veränderungen in EEG oder MRT sollte auch bereits nach dem ersten großen epileptischen Anfall die Diagnose Epilepsie gestellt werden.

Eine Epilepsie kann zu jedem Zeitpunkt im Leben auftreten. In der Kindheit und Jugend hat die Erkrankung allerdings häufig andere Ursachen und verläuft anders. Mögliche Ursachen beim Erwachsenen sind u.a. Vernarbungen im Gehirn, Anlagestörungen, Gefäßmißbildungen, Folgen von Hirnverletzungen oder Schlaganfällen und Tumore.

Eine medikamentöse Behandlung sollte stets empfohlen werden, sobald eine Epilepsie festgestellt wurde. Diese sog. Antiepileptika reduzieren das Risiko für weitere Anfälle deutlich. Heutzutage stehen erfreulicherweise mehr als 15 verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung. Natürlich muss immer auch über mögliche Nebenwirkungen gesprochen und aufgeklärt werden. Die Auswahl und die Dosierung des Medikaments richtet sich im Laufe der Behandlung dann einerseits nach der Verträglichkeit (Nebenwirkungen) als auch nach der Wirksamkeit (Vermeidung weiterer Anfälle) sowie ggf. nach weiteren Erkrankungen des Betroffenen. Diese Entscheidungen sollten immer gemeinsam zwischen Patient und einem erfahrenen Neurologen getroffen werden.

Sollte die Anfälle nicht auf eine fachgerechte medikamentöse Behandlung ansprechen, ist es für den weiteren Behandlungsverlauf entscheidend, dass ein in der Behandlung von Epilepsien erfahrener Neurologe (Epileptologe) eine möglichst genaue Einordnung des Epilepsie-Syndroms vornimmt. Da es davon über hundert verschiedene Formen gibt, ist zu Anfang der Erkrankung zumindest eine grobe Zweiteilung in eine sog. fokale (strukturelle) Epilepsie oder eine sog. generalisierte (genetische) Epilepsie anzustreben. Dazu kann es erforderlich sein, die oben genannten Untersuchungen in einer spezialisierten Form nochmals durchzuführen (MRT: spezielle Sequenzen; EEG: Zusatzelektroden, Provokationsformen). Nach der korrekten Einteilung der Epilepsie-Form richtet sich im Weiteren die Auswahl der Medikamente und die Prognose der Erkrankung. Wir bieten hierzu gerne auch eine Zweitmeinung zusätzlich zu Ihrer bisherigen Behandlung an.

Wird die Diagnose „Epilepsie“ gestellt, können Ängste und Unsicherheit auftreten. Dies ist normal und sollte unbedingt ernst genommen werden. Ferner ergeben sich häufig Fragen zu Beruf, Fahrtauglichkeit, andere Erkrankungen und bei Frauen zu Verhütung, Kinderwunsch und Schwangerschaft. Hierzu vermitteln wir ausführliche Informationen oder ggf. weitere Ansprechpartner. Wir sind als einzige Berliner neurologische Praxis Mitglied im ‚Netzwerk Epilepsie und Arbeit Berlin-Brandenburg’.

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  • Zentrum für Neurologie
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Unsere Leistungen

Umfassende und spezialisierte Diagnostik und Therapie:

  • Die neurologische Elektrophysiologie erfolgt inklusive der Möglichkeit zur Polygraphie und Tremoranalyse. Zur Messung der evozierten Potenziale (AEP, SEP, VEP) gehört auch die Magnetstimulation.
  • Die Elektroenzephalographie umfasst eine Video-EEG-Aufzeichnung und ggf. Zusatzelektroden und sowie Langzeit-Ableitungen.
  • Die Gefäß-Ultraschalldiagnostik erlaubt gegebenenfalls eine Embolie-Detektion und Messungen der Reservekapazität. Der Nervenultraschall zur Darstellung peripherer Nerven erfolgt mit einer modernen 18-Hertz-Sonde.
  • Im Infusionsbereich werden alle üblichen intravenösen Therapien zur Behandlung der Multiplen Sklerose wie auch die in der Neurologie üblichen Chemotherapie-Medikamente verabreicht.